#ehrenmensch Detlef Angersbach, das Perthes-Fahrrad und die fröhlichen Mitfahrenden

#ehrenmensch Detlef Angersbach

Wenn er los muss und in seine Garage geht, wenn links das Auto steht und rechts das Fahrrad, dann nimmt Detlef Angersbach am allerliebsten und immer, wenn es irgendwie geht, sein Fahrrad für den Weg. Und so kennt man ihn in Kamen, wo er wohnt, den 64-jährigen Industriekaufmann, der seit kurzer Zeit im Vorruhestand ist. So kennt man Detlef Angersbach auch im nahegelegenen Bönen und speziell dort in der katholischen Gemeinde. Immer in Bewegung. Bei Wind und Wetter auf dem Rad. Zusammen mit anderen aus der Kirchengemeinde gestaltet er monatlich ein Friedensgebet auf dem Weltjugendtagsplatz des ehemaligen Zechengeländes. Diese Angebote „durchzuziehen“, für den Frieden in mir, in dir und in der Welt, an jedem dritten Mittwoch eines Monats innezuhalten und zu beten, ist ihm ein Anliegen. 

Er sagt: „Sich bewegen bedeutet für mich sowohl körperlich als auch geistig unterwegs zu sein, immer bereit, neue Erfahrungen zu machen.“

Auch innerlich lässt sich Detlef Angersbach bewegen. Vor einigen Jahren entschied er sich dafür, eine ehrenamtliche Ausbildung des Kinderhospizdienstes zu absolvieren, die es ihm ermöglicht, Kinder oder Jugendliche mit lebensverkürzenden Erkrankungen zu betreuen. So verbringt er jede Woche ein paar Stunden mit einem Jugendlichen. Ehrenamtlich begleitet er ihn dabei, in seiner Freizeit Schönes zu erleben, ganz so, wie dieser junge Mann es wünscht. Sein Favorit ist ganz klar das U-Bahn fahren!

Eines Tages kam dann die Anfrage, die ihn zu Perthes brachte. Eine ehemalige Mitarbeiterin wusste von ihrer Schwiegertochter, dass im Perthes-Zentrum nun ein Fahrrad angeschafft wurde, mit dem es möglich ist, einen Rollstuhl – besser gesagt einen Menschen samt Rollstuhl – zu kutschieren. Und dieses E-Bike brauchte Menschen, die es fahren! Und da kam ihr sofort Detlef Angersbach, Freund der Familie, in den Sinn. Und? Würde er es versuchen? Ja. Natürlich!

Detlef Angersbach hat sofort Interesse gezeigt. Er sieht zwei schöne Bewegungen miteinander verbunden: Die Bewohner*innen kommen raus und dürfen erleben, was sie früher vielleicht durch eigenes Radfahren erlebt haben, nämlich bei geringer Geschwindigkeit hinauszufahren. Und er selbst fährt Fahrrad, bewegt sich sportlich, was er sowieso liebt.

So stellt Detlef Angersbach jeden Mittwoch seine Zeit und seine Kraft zur Verfügung, um im Perthes-Zentrum Kamen dieses Angebot zu machen. Zweimal 45 Minuten. Das bedeutet, zwei Menschen können sich jeden Mittwoch fahren lassen.

Heute fährt Rosemarie Kötter mit. Angeschnallt, Helm auf und los geht's! Rosemarie Kötter ist begeistert. Schließlich sei sie früher selbst gern Fahrrad gefahren, sagt sie mir. Und so komme sie heute in die Natur und sieht wieder, wie sich Bäume, Blumen und die naheliegenden Felder verändert haben. Sie liebt das Tempo und die einfühlsame Art von Detlev Angersbach und sagt: „Ich kann es nur empfehlen!“

Martin Altena ebenso. Er genießt die Ausfahrt sichtlich und dankt Detlef Angersbach aus vollem Herzen nach der Fahrt, die ihm Wohlbefinden brachte.

„Meistens wünschen sich die Bewohnerinnen und Bewohner eine Ausfahrt in die Natur. Am Friedhof vorbei in die Felder. Das sind schöne Wege. Wir haben aber auch schon besondere Fahrten gemacht. Da wollte ein Herr beispielsweise, dass wir bei seinen Kindern vorbeifahren und mal an deren Haustüren klingeln. Sonst kommen ja immer die Kinder zu ihm. Das war eine Überraschung! Auch ein Abstecher in die Stadt, zur Eisdiele zum Beispiel, war schon dabei“, berichtet Detlef Angersbach fröhlich.

„Haben Sie – bei allem, was Sie sonst noch machen – gezögert bei der Anfrage für das Ehrenamt hier?“ frage ich Herrn Angersbach. „Nein, ich habe es ausprobiert und dabei gemerkt, dass das genau zu mir passt. Es macht wirklich Spaß und bringt sowohl mir was als auch denen, die ich fahre!“

Und so schiebt er das Rad wieder in die Garage. Dort steht es bis zur nächsten Woche! 

Dankeschön für dieses bewegende Engagement und das Interview, #ehrenmensch Detlef Angersbach!

Na? Hat jemand Lust und Gelegenheit, bei diesem Ehrenamt zu unterstützen? Es werden weitere Fahrer*innen gesucht! Probieren Sie es doch aus.